PEN. JUNE 2016.

It's always special when someone you love turns fifty. To celebrate my godfather's birthday, my father and I collaborated on an illustrated poem. He wrote the poem, which joked about various aspects of my godfather's life, and I made small illustrations of key scenes.

LORENZ, A VINTAGE SUPERHERO

Von Martin Hirt mit Schwiegermutter Sigrid

Ein echter Freund, wie man ihn sich erträumt
Immer optimistisch, kräftig, aufgeräumt
Den Lenz erschüttern weder Chef noch Teufel
Nein, am Glauben gibt es keine Zweifel
Ein flotter Spruch, auch an dem fehlt’s nie
Hier komm‘ ich: Des kriege mer scho hi


Die Liebe kommt, macht Herzen weich
Auch wenn’s ein Hotz ist mit ’ner Maid vom Deich
Ein kleiner Sohn ward bald geboren,
Der Name Lorenz auserkoren


In der Schule geht’s mal ab mal auf
Beim Skifahr‘n ist er deutlich besser drauf
Lenz denkt, die Schule, die könnt‘ mal brennen
Dann bräucht‘ man auch nicht so viel Vokabeln kennen.


Beim Sport jedoch, da haut er kräftig rein
Er sprintet, stößt und wirft die anderen klein
Nur Hochsprung macht ein paar Problemchen
Abheben woll‘n se‘ nicht die kurzen Beenchen


Trainiert sogar im Bett mit Wasserhanteln,
Vergisst dabei des Lehrers Granteln
Im Spiegel präsentiert er stolz die Brust
Und husch, wie weggeblasen ist der Alltagsfrust


Ohne Kohle, das merkt er schon sehr bald
Geht im Leben gar nichts, bleibt der Ofen kalt
Da muss man schon mal in die Hände spucken
Und auch Papa Dietsche‘s Sprüche schlucken


Die Kraft die hat er, und Helfen ist sehr wohl gefragt
Lenz macht das schon, wie immer unverzagt
Auf der Schulter schleppt er Ziegel, mannigfach
Von unten von der Straße, bis hoch hinauf auf’s Dach

Das Kirchendach ist schräg, man sollte sich dort sichern
Der Lenz denkt ‚Quatsch, das wäre doch zum kichern!‘
Nur die Schwerkraft wächst ihm über seinen Kopf - er kracht herunter
Unten fand man dann ’nen blonden Schopf, mit einem kleinen Lenz darunter


Das alles strengt selbst so’nen Kraftprotz an
Die Hantel? Ne, da geht er nicht mehr ran
Doch klimpert Geld jetzt in den Taschen
Was könnt man wohl mit soviel Kohle machen?

Ein Fiat Panda ist des Schaffens schönster Traum
Viel Fleiß und der Erlös erlauben ihm viel Raum
Zu kaufen solchen Heizölrenner
Ja, ja, der Lorenz ist ein echter Kenner!


Bei jedem Fest hat man ihn angetroffen
Auch auf dem Krunkel wurd‘ gesoffen
Natürlich sieht wie ehedem
Der Lenz auch in der Abfahrt kein Problem
Runter geht’s bei Nacht und Eis
Auf Langlaufskiern, so ’n Scheiss
Die Kurve kommt, sie brechen aus
Der Daumen bremst und bricht o’Graus
Obwohl vom Schmerz doch sehr gequält
Hat er die Story gern erzählt.


Im Pieper da ist auch immer etwas los
Der Frischfleisch Nachschub riesengroß
Mit Temperament, mit Feuer und viel Spaß
Spricht er mit allen - ohne Unterlass.


Als Offizier strebt er ins Feld
Mit schicker Uniform, ein kuenft‘ger Held
Auch hier hat Lenz das große Sagen
Auf Skiern in der Bergwelt bleibt er ungeschlagen
Besteht Abenteuer, wie beim alten Alexander
Seine Männer lieben ihn, sie halten zueinander.

Um geistig sich zu profilieren
Will zum Ingenieur er sich studieren
Hat mit den Noten es genauestens kalkuliert
Wird prompt in Karlsruh‘ immatrikuliert
Weit weg von Mama, das hat der Lenz erkannt
Erscheint die Freiheit wie im Märchenland
Mit Charme, mit Gesten und viel reden
Macht Lenz zum Freunde sich ein jeden.


Beim Wörtchen Politik ist er in seinem Element
Sieht heimlich selbst sich schon als Präsident
Die Meinung anderer, das macht ihm doch zu schaffen
Das hemmt, lasst seine Energie erschlaffen.


An andere Ufer will er flüchten
Doch nicht um braves Vieh zu züchten
Nein, Spanisch lernen will er dort
In Mexico, ihn zieht’s jetzt richtig fort.


Zurück im Hadiko, zu einer schönen Brasilianerin

Sein Herz schlägt schnell, er ist ganz hin
Lernt Portugiesisch, das die Dame spricht
Verliebt sich gar, gerät nun vollends aus dem Gleichgewicht.


Bei Leuten aus dem Schwarzen Tann
Ist Hochdeutsch nicht für jedermann
Doch Mutter Dietsche hat’s gerichtet
Die Sprachherkunft ist voll vernichtet
Weil in der ganzen Welt er rumkutschiert
Läuft Sprachenlernen wie geschmiert
Selbst Polnisch lernen, das gefällt dem Herrn
Ist schwer doch heutzutage sehr modern


Als eigner Unternehmer eingestellt
Baut Transporter er für alle Welt
Mal Leichen hin, mal Langholz her
Ihm fällt die Führung gar nichts schwer
Kommt gar zu blöd der Chef ihm dann daher
Biegt Lenz sich nicht und legt sich quer
Sagt tschüss, verlasst das hohe Haus
Und sucht sich etwas andres aus


Klein Carolina, der Eltern ganzer Stolz
Ist wie der Papa aus besond‘rem Holz
Ein Wirbelwind, kein bisschen leise
Stutzt die Welt zurecht auf ihre Weise


Ein Leben wie im Bilderbuch
Auf den Lippen immer einen coolen Spruch
Die Freunde sind ihm treu geblieben
Ein Hoch dem Lorenz, den wir alle lieben!